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Entdecke dich selbst – Die wahre Aufgabe der Persönlich­keits­bildung

Meine Lebensphilosophie

Be curious, sagte Stephen Hawking zum Abschied, als er hinauf zum Weltall blickte. Dieser einfache Satz enthält für mich eine tiefe Weisheit: Die Welt ist nicht nur da draußen, sondern auch in uns. Persönlich­keitsbildung bedeutet daher, sich selbst zu entdecken, mit all den Facetten und Widersprüchen, die uns als Menschen ausmachen.

Sei neugierig auf dich selbst, auf alles, was dich als Individuum formt – deine Stärken und Schwächen, deine Licht- und Schatten­seiten. Es ist leicht, nur die liebenswerten Eigenschaften zu akzeptieren, die uns wertvoll für das menschliche Zusammen­leben machen. Doch was ist mit den destruktiven Zügen, die wir vor uns und anderen verbergen möchten? Diese Schat­tenseiten bedrohen oft unser Idealbild und das positive Bild, das andere von uns haben. Doch sie zu verleugnen bedeutet, einen wichtigen Teil von uns selbst zu ignorieren.

Malerei an einer Mauer

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass alles, was wir an anderen verurteilen, auch in uns selbst existiert. Die Abneigung, die wir empfinden, ist oft ein Spiegelbild unserer eigenen unbewussten oder ver­drängten Eigenschaften. Es mag scho­ckie­rend klingen, doch der Hass, den wir in anderen sehen, die Gier, die uns abstößt, die Schwächen, die wir verachten – all dies tragen wir auch in uns. Diese Erkenntnis ist unbequem, aber notwendig, um uns wirklich selbst zu erkennen. Indem wir andere verurteilen, lehnen wir oft genau jene Teile von uns ab, die wir nicht sehen wollen.

Diese Verurteilung und die Angst, entdeckt zu werden, führen dazu, dass wir uns selbst nicht ehrlich zeigen. Wir leben ein Leben an der Oberfläche, geprägt von der Sorge, was andere von uns denken könnten. Unsere wahren Gedanken und geheimen Wünsche verstecken wir, aus Angst, das Idealbild, das wir von uns selbst und andere von uns haben, zu zerstören. Dieses Leben an der Oberfläche verhindert, dass wir in die Tiefe unserer eigenen Seele blicken und uns mit unseren wahren Bedürfnissen und Emotion­en auseinandersetzen.

Doch die Lösung liegt nicht in der Verleugnung dieser Aspekte, sondern im mutigen Umgang mit ihnen. Wir müssen lernen, uns selbst in unserer Ganzheit anzunehmen – mit all unseren Wider­sprüchen, Schattenseiten und verborgenen Sehnsüchten. Diese Annahme verlangt nach Wahrhaftigkeit. Nur wenn wir ehrlich zu uns selbst sind und den Mut haben, uns so zu zeigen, wie wir wirklich sind, können wir uns von der Last der Selbstverleugnung befreien.

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Was bedeutet es, aus dem Blick in die Innenwelt zu lernen? Lernen ist mehr als nur die Aneignung von Wissen. Es ist ein tiefgehender Prozess der Selbstreflexion, bei dem wir nicht nur Informationen verarbeiten, sondern auch unser inneres Erleben hinterfragen und neu bewerten. Die Fragen, die das Leben uns stellt – oft schmerzhaft und unerwartet – sind Gelegenheiten, tiefer in unsere eigene Psyche einzutauchen und daraus Erkenntnisse zu ziehen, die unser Denken und Verhalten grundlegend verändern können.

Aus dem Blick in die Innenwelt zu lernen heißt, aktiv mit unseren Erfahrungen und Emotionen umzugehen, anstatt sie einfach geschehen zu lassen. Unser Unterbe­wusstsein speichert jede Erfahrung, ob bewusst verarbeitet oder nicht, und beeinflusst unser Denken und Handeln. Wenn wir diesen Prozess ignorieren, riskieren wir, in unbewusste Muster zu verfallen, die uns im Alltag einschränken.

Deshalb ist es entscheidend, dass wir uns selbst mit all unseren Erfahrungen, positiven wie negativen, auseinandersetzen. Indem wir diese Reflexion aktiv betreiben, übernehmen wir die Kontrolle über unsere Persönlichkeitsentwicklung. Wir können uns dafür entscheiden, welche Einflüsse wir in unser Leben integrieren und welche wir bewusst loslassen wollen. Diese innere Arbeit ist es, die uns letztlich ermöglicht, unser falsches Idealbild zu zerstören und den Weg zu unserem wahren Selbst zu finden.

Es ist für uns wichtig zu verstehen, dass dieser Prozess der Selbstentdeckung kein einmaliger Akt ist, sondern ein fortlaufender, lebenslanger Weg. Persönlichkeitsbildung ist dynamisch und erfordert ständige Selbstre­flexion und Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen.

Was bedeutet das konkret für deine individuelle Persönlichkeitsbildung? Das bleibt eine offene Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Doch eines ist sicher: Die Neugier auf uns selbst und die Wahrhaftigkeit im Umgang mit unseren inneren Welten sind der Schlüssel zur Entdeckung des wahren Selbst.

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